Fußball · Altcast

Tom Bartels und Götzes Tor im WM-Finale 2014

Maracanã, 13. Juli 2014, 113. Minute. Das WM-Finale gegen Argentinien steht 0:0, die Verlängerung läuft, und André Schürrle flankt von links. Mario Götze nimmt den Ball mit der Brust und volley aufs Tor. Im ARD-Kommentar baut sich der Satz förmlich mit auf: „...mach ihn ... er macht ihn! Mario Göötze! Das ist doch Wahnsinn!"

Tom Bartels kommentiert Mario Götzes Siegtor im WM-Finale 2014

Was diesen Kommentar trägt, ist das Timing. Bartels spricht den Wunsch laut aus, „mach ihn", noch bevor der Ball drin ist, und löst ihn im selben Atemzug ein. Diese Sekunde Ungewissheit, die man mithört, macht den Treffer für die Zuhörer noch größer. Hätte er erst nach dem Tor reagiert, wäre die Szene nur halb so eindringlich.

Es ist ein heikler Moment für jeden am Mikrofon. Spricht man zu früh, steht man im Regen, wenn der Ball doch danebengeht. Hält man sich zurück, verpasst man die Welle. Bartels traf hier genau die Mitte, fast so, als würde er stellvertretend für jeden Zuschauer hoffen, der vor dem Bildschirm denselben Stoßseufzer hatte. In dieser einen Flanke steckte der ganze Sommer 2014, und der Kommentar hat ihn aufgefangen, bevor man überhaupt begriff, was gerade passiert war.

Wer ist Tom Bartels?

Tom Bartels, geboren am 13. September 1965 in Celle, kommt vom WDR. Über RTL, wo er Ende der 90er Champions League kommentierte, kam er zu SWR und ARD. Als ARD-Chefkommentator sprach er 2014 das WM-Finale. Sein Repertoire reicht weit über Fußball hinaus, unter anderem Bundesliga, Skispringen und Schwimmen.

Ein Finale zu kommentieren bedeutet, einen einzigen Versuch zu haben. Es gibt keine zweite Aufnahme, kein Zurückspulen. Was in dem Moment aus dem Mund kommt, bleibt für immer mit dem Bild verbunden. Wer so viele verschiedene Sportarten begleitet hat, weiß, dass jede ihren eigenen Rhythmus hat, und beim Fußballfinale schlägt dieser Rhythmus nur sehr selten so hoch wie an jenem Abend.

Der Sprung zum Altcast

Bartels war 2014 die offizielle Stimme für ein Millionenpublikum. Aber jeder, der das Spiel sah, hatte in dem Moment seine eigene Reaktion, sein eigenes „er macht ihn", vielleicht still, vielleicht schreiend im Wohnzimmer.

Altcast, also der alternative oder Fan-Kommentar, gibt genau dieser Reaktion einen Platz. Auf WeSpeakSports kann jeder Fan ein Spiel live begleiten, mit der eigenen Stimme und der eigenen Perspektive, während andere mithören. Keine Regie, keine Akkreditierung, kein Casting.

Es geht nicht darum, Tom Bartels zu kopieren. Es geht darum, dass dein Blick auf das Tor genauso erzählenswert ist. Der eine sieht die Brustannahme, der andere die Vorarbeit von Schürrle, der dritte einfach nur den Wahnsinn. Beim Fan-Kommentar dürfen all diese Versionen nebeneinander existieren, statt dass eine einzige für alle spricht. Und vielleicht ist es deine Version, die ein Freund am Ende lieber hört als die im Fernsehen, weil ihr beide demselben Verein die Daumen drückt und genau dieselbe Sprache sprecht.

Starte deinen eigenen Altcast

Jeder Fan kann seinen eigenen Live-Audiokommentar zu einem Spiel führen, in seiner Sprache und seinem Stil, während andere zuhören. Kein Studio, keine Akkreditierung.

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